04.09.2019 / 16:41 - Rubrik: Köln

Zehn Jahre Kölner Haus des Jugendrechts




Erfolgreiche Kooperation von Stadt, Staatsanwaltschaft und Polizei

Vor zehn Jahren, im Juni 2009, eröffneten Stadt Köln, Staatsanwaltschaft Köln und Polizei Köln das Kooperationsprojekt Kölner Haus des Jugendrechts und betraten damit Neuland. Im Rahmen eines Festakts zum zehnjährigen Bestehen am heutigen Mittwoch, 4. September 2019 im Historischen Rathaus, gratulierten Oberbürgermeisterin Henriette Reker, NRW-Justizminister Peter Biesenbach sowie Herbert Reul, Minister des Innern in Nordrhein-Westfalen und lobten die Erfolgsgeschichte der Kölner Institution. Beide Minister würdigten die Vorreiterrolle Kölns und sicherten ihre weitere Unterstützung zu. In einem Podiumsgespräch berichteten Mitarbeitende und Partner des Kölner Haus des Jugendrechts von ihren Erfahrungen.

Im Laufe der vergangenen Jahre haben 515 Intensiv- oder Mehrfachtäter das Intensivtäterprogramm durchlaufen, die vorher mindestens fünf Straftaten begangen hatten. Rund ein Drittel von ihnen sind nach erfolgreicher Entlassung aus dem Programm nicht wieder polizeilich aufgefallen.

Im Kölner Haus des Jugendrechts arbeiten die Jugendgerichtshilfe des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln, das Dezernat 169 der Jugendabteilung der Staatsanwaltschaft Köln und das Kriminalkommissariat 43 der Polizei Köln eng zusammen. Im Fokus der Kooperationspartner stehen jugendliche und heranwachsende Beschuldigte, die mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Ziel ist es, Ermittlungsverfahren zu beschleunigen und so ´kriminelle Karrieren´ der jungen (zu dem Zeitpunkt noch) Intensivtäterinnen und -täter nach Möglichkeit zu beenden und Rückfallquoten zu verringern. Hinter jedem Fall, in dem dies gelingt, steht ein Schicksal, ein junger Mensch, der sich auf einen Lebensweg jenseits von Kriminalität aufmacht. Er sieht im Optimalfall einer besseren Zukunft entgegen. Zeitglich werden potentielle Opfer geschützt, weil weniger junge Mehrfachstraftäter in Köln unterwegs sind, was zur Sicherheit beiträgt.

Wer in das Programm des Kölner Haus des Jugendrechts aufgenommen wird, entscheiden die Kooperationspartner im Einvernehmen auf Grundlage der Bewertung von Anzahl und Schwere der begangenen Straftaten sowie weiterer Belastungsfaktoren. Zu dem Konzept des ´Intensivtäterprogramms´ gehören jeweils ein fester Ansprechpartner bei Polizei und Staatsanwaltschaft, Hilfsangebote der Jugendhilfe und die gemeinsame, persönliche Ansprache der Jugendlichen und Heranwachsenden sowie ihrer Angehörigen.

Das Haus des Jugendrechts ist längst zur festen Institution geworden und sein Konzept stößt über die Stadtgrenzen hinweg auf großes Interesse. In Essen, Paderborn und Dortmund sind bereits weitere Häuser des Jugendrechts nach Kölner Vorbild entstanden.




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