09.04.2019 / 17:34 - Rubrik: Magazin

Projekt zum Erhalt und Schutz der Kiebitze in Köln




Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln fördert das Umwelt- und Verbrauchschutzamt im Kölner Stadtgebiet den Gelege-Schutz der Kiebitze (Vanellus vanellus) und macht auf die Möglichkeiten zum Schutz der Kiebitze auf Ackerflächen aufmerksam. Landwirte in Kiebitz-Brutgebieten, die bis Ende Mai auf eine Bodenbearbeitung verzichten, können pro Hektar 440 Euro vom Umweltamt erhalten.

Noch vor 30 Jahren war der Kiebitz einer der häufigsten Vögel auf Wiesen und Äckern. In diesem Frühjahr schätzen Naturschützer und Biologen die Zahl im Kölner Raum auf etwa zehn bis 15 Brutpaare. In der Roten Liste der gefährdeten Tierarten für die Niederrheinische Bucht war der Kiebitz bereits 1997 in der ´Kategorie 2´ als gefährdet gelistet. Seine Bestände sind bis heute so stark eingebrochen, dass er aktuell in ´Kategorie 1´ als vom Aussterben bedroht aufgeführt wird.

Der Kiebitz bevorzugt als Lebensraum feuchte, extensiv genutzte Wiesen und Weiden und baut sein unscheinbares Bodennest in der Regel zwischen Februar und Juni, jedes Jahr neu. Durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft wurde dieser Lebensraum immer seltener, sodass der Kiebitz seit einigen Jahren verstärkt auf Ackerland ausweicht.

Seit Mitte Februar treffen Kiebitze in den Brutgebieten ein und legen ihre Nester bevorzugt auf unbestellte Ackerflächen, in die später Mais oder Zuckerrüben eingesät werden. Die Bewirtschaftung der Flächen überschneidet sich häufig mit der Brutzeit der Vögel, sodass viele Erstgelege dabei zerstört werden. Landwirtinnen und Landwirte können mit verschiedenen Maßnahmen helfen, die Eier und Jungvögel zu schützen. So kann die Stelle, an der ein Nest liegt, während der Grundbodenbearbeitung ausgespart werden.

Im Bereich um Köln-Kasselberg haben in den letzten Jahren wenige Kiebitze gebrütet. Dieses Gebiet bietet sich für einen ersten Versuchsraum an, um Erfahrungen in der Umsetzung des Gelege-Schutzes zu sammeln.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat Landwirte im Kölner Stadtgebiet auf das Projekt und mögliche Maßnahmen bei der Bodenbewirtschaftung hingewiesen und bereits erste positive Reaktionen von Landwirten erhalten.

In diesem Frühjahr kartieren Biologen der NABU-Naturschutzstation das Gebiet und unterstützen die Landwirtinnen und Landwirte beim Kiebitzschutz, indem sie die Nester ausfindig machen und markieren. Bei der Bodenbearbeitung können Nester frühzeitig gesehen und ausgespart werden. Ein gemeinsam erstelltes Faltblatt informiert über die aktuelle Gefährdung der Kiebitze und über Maßnahmen zum Gelege-Schutz.

Das Faltblatt ist beim Umweltamt, in der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln in Finkens Garten und bei der Kreisstelle Rhein-Erft-Kreis der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erhältlich. Es kann auch auf der Internetseite der Stadt Köln unter dem Link unten heruntergeladen werden.

Link zum Thema:
Weitere Infos


Anzeige
Koelntourist



Anzeige
Koelntourist
Anzeige



Anzeige

Aktuelles

Adressen
Anzeige

Rodenkirchen.de folgen auf Facebook & Co.

  © Copyright Fuchs Medien Dienste