11.03.2019 / 16:50 - Rubrik: Kultur

Terror durch ´Recht´

Terror durch Recht


Ausstellung über den berüchtigten Volksgerichtshof

Im NS-Dokumentationszentrum wird vom 15. März bis zum 26. Mai 2019 die Ausstellung ´Der Volksgerichtshof 1934-1945. Terror durch Recht´ gezeigt. Sie wurde von der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin erarbeitet.

Den Volksgerichtshof schuf das NS-Regime 1934 zur ´Bekämpfung von Staatsfeinden´. Bis Kriegsende mussten sich mehr als 16.700 Menschen vor diesem neuen obersten politischen Gericht verantworten, das ab 1942 jeden zweiten Angeklagten zum Tode verurteilte. Auch Kölnerinnen und Kölner, darunter etwa der katholische Gewerkschafter und Redakteur Nikolaus Groß (1898-1945), wurden in den Schauprozessen gedemütigt, abgeurteilt und anschließend um ihr Leben gebracht.
Nach 1945 versinnbildlichte gerade der Volksgerichtshof mit seinem von 1942 bis 1945 wirkenden Präsidenten Roland Freisler die ´Blutjustiz´ des Nationalsozialismus. Umso bemerkenswerter ist es, dass erst spät eine kritische Aufarbeitung einsetzte. Die Ausstellung erzählt über die Entstehung und Organisation des Gerichts, beleuchtet seine Urteilspraxis, behandelt die Biographien von Richtern und den Umgang mit dem ehemaligen Gerichtspersonal nach 1945. Auch informiert sie über die verschiedenen Opfergruppen - angefangen von Beteiligten des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944, über die Angehörigen der Widerstandsgruppe ´Weiße Rose´ und anderer Regimegegner bis hin zu den Menschen, die allein wegen kritischer Äußerungen zum Tode verurteilt wurden. Die Ausstellung zeigt eindrücklich, wie ´Recht´ zu ´Unrecht´ werden konnte, und berührt damit Fragen, die auch heute aktuell sind.
Zu der auf Deutsch und Englisch verfassten Ausstellung ist ein gleichnamiger Katalogband erschienen.



Anzeige
Teekesselchen



Anzeige
Teekesselchen
Anzeige



Anzeige

Aktuelles

Adressen
Anzeige

Rodenkirchen.de folgen auf Facebook & Co.

  © Copyright Fuchs Medien Dienste