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02.09.2018 / 15:12 - Rubrik: Kultur

Zentralbibliothek soll im Bestand erneuert werden

Zentralbibliothek soll im Bestand erneuert werden


Verwaltung stellt Entwurf zur umfassenden Sanierung vor


Die Stadtbibliothek gehört zu den elementaren und unverzichtbaren Infrastruktureinrichtungen Kölns und ist die meistbesuchte Kultur- und Bildungseinrichtung der Stadt. Im Gesamtsystem (Stadtteilbibliotheken, Zentralbibliothek, Bücherbus) gab es zuletzt 2,4 Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr, davon allein 1,12 Millionen in der Zentralbibliothek. Das entspricht im Gesamtsystem pro Öffnungstag rund 9.000 Besucherinnen und Besuchern, davon 4.000 pro Öffnungstag in der Zentralbibliothek. Das Gebäude der Zentralbibliothek stammt aus dem Jahr 1979 und gilt inzwischen als stark sanierungsbedürftig. Im März 2015 hat der Rat grundsätzlich einer Generalsanierung des Gebäudes zugestimmt.




Am Freitag stellte die Verwaltung die weiterentwickelte Planung für die Generalsanierung der Zentralbibliothek am Josef-Haubrich-Hof in der Kölner Innenstadt vor. Lag zum Zeitpunkt des Ratsbeschlusses für die Generalsanierung im März 2015 lediglich eine grobe Kostenschätzung vor, so gibt es nun im Prozess der Weiterentwicklung und Vertiefung der Pläne erstmals eine genauere Kostenberechnung.




Eine konzeptionelle Neuausrichtung des Hauses, die zentrale und exponierte Lage des Gebäudes nach 40 Jahren Nutzung sowie ein inzwischen deutlich gestiegenes Besucheraufkommen mit längerer Verweildauer waren die Gründe dafür, die Planung im Einvernehmen mit dem Nutzer und der fachlich interessierten Öffentlichkeit weiterzuentwickeln. Der Anspruch der Stadt Köln dabei war, neben den energetischen Optimierungen den ursprünglichen Charakter des Baus aus dem Jahr 1979 mit der notwendigen und modernsten technischen Ausstattung in Einklang zu bringen. Dies geschieht in Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt Köln und gemäß allen aktuell gültigen, verpflichtenden Anforderungen an den Gesundheits- sowie den Brandschutz.




In der Planung enthalten ist die Kostenberechnung mit einem Budget in Höhe von 48.750.000 Euro inklusive der Inneneinrichtung und einem Baupreisindex bis zum Jahr 2020, dem geplanten Baustart. Die Kosten setzen sich zusammen aus Baukosten in Höhe von 41.610.000 Euro und Kosten für die Innenausstattung in Höhe von 7.140.000 Euro. Hinzu kommt ein separat ausgewiesener Risikozuschlag in Höhe von 9.115.000 Euro. Alles zusammen ergibt dies Gesamtkosten von voraussichtlich rund 58 Millionen Euro.




Die Veränderungen im Budget gegenüber der Kostenschätzung ergeben sich aus der größeren Planungstiefe zwischen Vorentwurfs- und Entwurfsplanung. Im Einzelnen sind hier zu nennen (Zahlen gerundet):


- 2,5 Millionen Euro für die Auslagerung,

- 1,6 Millionen Euro für die Baukosten im Zusammenhang mit der Neuplanung der Inneneinrichtung,

- 1,3 Millionen Euro für Brandschutzmaßnahmen,

- 1,2 Millionen Euro für die neue Mess- und Regeltechnik,

- 0,96 Millionen Euro für zusätzliche Schutzmaßnahmen, Baustelleneinrichtung und Provisorien,

- 0,64 Millionen Euro für die Fassadengestaltung,

- 0,3 Millionen für eine erweiterte Altlastensanierung,

- 0,28 Millionen Euro für den Austausch aller Innentüren,

- 1,155 Millionen Euro für allgemeine Kostenerhöhungen.



Die Kostenschätzung für die Generalsanierung zum Zeitpunkt des Ratsbeschlusses am 24. März 2015 lag bei Gesamtkosten von rund 38,3 Millionen Euro inklusive Zuschlägen für Baupreissteigerungen sowie einem vierprozentigen Risikozuschlag. Für die Generalsanierung der Zentralbibliothek veranschlagt die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln aktuell im Rahmen der Kostenberechnung 22 Prozent Risikozuschlag (9.115.000 Euro), da die Sanierung bei laufendem Betrieb erfolgen wird.





Eine Komplettauslagerung ist trotz intensiver Suche nach geeigneten Objekten nicht möglich und würde zu noch höheren Kosten führen, weshalb die Sanierung derzeit bei laufendem Betrieb und in drei Bauphasen über jeweils zwei bis vier Etagen geplant ist.





Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1979 und ist aufgrund seines Alters und seiner intensiven Nutzung als hochgradig abgenutzt zu bezeichnen. Es erfüllt zwar die sicherheitstechnischen Anforderungen auf Grundlage der Baugenehmigung. Diese entsprechen jedoch nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Die Zentralbibliothek wird nach der Sanierung dem energetischen Standard der Energie-Einsparverordnung (EnEV) genügen. Es wird davon ausgegangen, dass allein die Kosten für Strom und Heizung nach der Sanierung um 79 Prozent geringer ausfallen werden, was einer Einsparung von 250.000 Euro jährlich entsprechen würde. Zudem ist nach der Sanierung mit einem deutlichen Zuwachs der Besucherzahlen zu rechnen, wodurch Mehreinnahmen generiert werden können.





Die Baumaßnahme wird von der Gebäudewirtschaft vorfinanziert und durch die Miete refinanziert, die sie von der Zentralbibliothek erhält. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 geplant, die abschließende Fertigstellung bis Ende 2024. Teile der Zentralbibliothek werden planmäßig aber schon früher fertiggestellt und genutzt.


Zentralbibliothek soll im Bestand erneuert werden



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