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11.06.2017 / 14:06 - Rubrik: Kultur

Gustav Seitz - Ein Denkmal für Käthe Kollwitz

Gustav Seitz - Ein Denkmal fr Kthe Kollwitz


Ausstellung im Käthe Kollwitz Museum
13. Juni - 17. September 2017

Zum 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz lenkt das Käthe Kollwitz Museum Köln die Aufmerksamkeit auf das bedeutendste Ehrenmal für seine Künstlerin: Das Kollwitz-Denkmal von Gustav Seitz, 1961 auf dem Berliner Kollwitz-Platz am Prenzlauer Berg aufgestellt. Begleitet von Portraits und Selbstportraits der wichtigsten deutschen Künstlerin des 20. Jahrhunderts lädt das Museum dazu ein, die spannende Entwicklung des Denkmals anhand von Zeichnungen, Modellen und Werkstatt-Photographien nachzuvollziehen.

Das überlebensgroße Denkmal zeigt Kollwitz als alte sinnende Frau, sitzend, mit einer großen Zeichenmappe an ihrer Seite und einem Kohlestift in der in ihrem Schoß ruhenden Hand. Seitz entwickelt die Plastik von 1956-60 nach dem letzten lithographischen Selbstbildnis von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1938. Indem der Bildhauer die Künstlerin zitiert, bringt er den von ihr selbst vorgegebenen Typus zu einer neuen, einzigartigen Prägung. Seitz erschafft ein Bildnis ganz im Sinne der Portraitierten: ein Denkmal, das nach Allgemeingültigkeit strebt und auf offizielle Repräsentationsformen verzichtet - ohne Anspruch auf Romantisierung und Idealisierung.

Sein Denkmal gehört zweifellos zu den wichtigen Bildhauerwerken jener Jahre, ist Höhepunkt und Zäsur auch im Lebenswerk von Gustav Seitz. Als Student hatte er die Professorin Käthe Kollwitz noch selbst erlebt - für sein Kunstverständnis sowie für die Frage nach dem Menschenbild in seiner Zeit ist sie als Person und als Künstlerin der Moderne von großer Bedeutung.

Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Gustav Seitz Stiftung, Hamburg, dokumentiert die spannende Entwicklung der Bildfindung: von ersten Skizzen über technische Zeichnungen und Gipsmodelle bis hin zu unterschiedlichen, in Bronze gegossenen Versionen. Historische Photographien aus dem Atelier des Künstlers geben zusätzliche Einblicke in sein Schaffen.

Parallel dazu:
Portraits und Selbstportraits aus der Kölner Kollwitz Sammlung
Begleitend zur Sonderausstellung ´Gustav Seitz - Ein Denkmal für Käthe Kollwitz´ (13. Juni - 17. September 2017) stehen zum 150. Geburtstag der Künstlerin am 8. Juli noch einmal die Portraits und Selbstportraits der Kollwitz im Zentrum der Sammlungspräsentation - vom frühesten Selbstbildnis in Feder und Tusche bis hin zu jener letzten Lithographie, die Seitz als Vorbild für sein Denkmal diente.

Die mehr als 60 Werke aus der Kölner Kollwitz Sammlung sind eindrucksvolle Zeugnisse einer permanenten und intensiven Selbstbefragung. Getreu ihres Prinzips ´Ich will wahr sein, echt und ungefärbt´ entwickelt Kollwitz ihr Portrait in autonomen und verkappten Selbstbildnissen zu einem unverkennbaren Typus, selbstkritisch und in ungeschönten Zügen.

Auch weitere Künstler - Bildhauer wie Ernst Barlach, der Pressezeichner Emil Stumpp oder Maler und Graphiker wie Hedwig Weiß und Max Uhlig - haben die ausdrucksstarke Physiognomie von Käthe Kollwitz als Hommage an die große Menschenfreundin in eigenen Werken wiedergegeben.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus den photographischen Blick auf Kollwitz mit Aufnahmen u. a. von Philipp Kester, Hugo Erfurth, Robert Senneke, E.O. Hoppé, Lotte Jacobi und Tita Binz. Historische wie zeitgenössische Publikationen und Archivalien geben Auskunft über die Rezeptionsgeschichte des Kollwitz-Werkes, Zitate aus Briefen und den Tagebüchern ergänzen die Schau.

Zu den Ausstellungen bietet das Museum ein umfangreiches Begleitprogramm an - mit Führungen, Vorträgen und Workshops für Jung und Alt.

Highlight ist das große Museumsfest am 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz am Samstag, dem 8. Juli 2017.

Weitere Infos erhalten sie im Link unten.





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